In der Welt des Innenausbaus gibt es viele Fachbegriffe. Ob Sie ein Bauprojekt planen, ein Angebot vergleichen oder einfach wissen wollen, was hinter einem Begriff steckt – hier erklären wir die wichtigsten Ausdrücke aus Trockenbau, Stuck, Brandschutz, Akustik und Putzgestaltung.
Abhänger
Metallteile, mit denen eine Unterkonstruktion von der Rohdecke abgehängt wird. Sie schaffen den nötigen Abstand zwischen Rohdecke und abgehängter Decke – zum Beispiel für Installationen, Dämmung oder Akustikplatten. Es gibt Direktabhänger (für geringe Abstände) und Nonius-Abhänger (für größere Abstände).
Mehr dazu: TrockenbauAbgehängte Decke
Eine Decke, die unterhalb der eigentlichen Rohdecke montiert wird. Der Hohlraum dazwischen bietet Platz für Elektroinstallationen, Lüftung, Dämmung oder Beleuchtung. Abgehängte Decken kommen im Wohnbau, in Büros und im Gewerbebau zum Einsatz.
Mehr dazu: TrockenbauAkustikdecke
Eine Deckenverkleidung mit schallabsorbierenden Eigenschaften. Durch gelochte, geschlitzte oder poröse Platten wird der Nachhall im Raum reduziert. Besonders in Büros, Schulen, Arztpraxen und Restaurants gefragt.
Mehr dazu: RaumakustikAkustikputz
Ein spezieller Putz mit offenporiger Struktur, der Schall absorbiert statt ihn zu reflektieren. Die akustische Wirkung ist unsichtbar – die Oberfläche sieht aus wie eine normale verputzte Wand oder Decke.
Mehr dazu: RaumakustikAltbausanierung
Die Modernisierung und Instandsetzung bestehender Gebäude. Im Trockenbau umfasst das z.B. das Begradigen schiefer Wände mit Vorsatzschalen, den Einbau neuer Decken, Dachgeschossausbauten und die Verbesserung von Wärme- und Schallschutz.
Mehr dazu: AltbausanierungBeplanken / Beplankung
Das Anbringen von Platten (meist Gipskarton oder Gipsfaser) auf eine Unterkonstruktion. Einfache Beplankung = eine Lage Platten pro Seite, doppelte Beplankung = zwei Lagen – für höheren Schall- oder Brandschutz.
Brandschutzplatte
Spezielle Gipskartonplatte mit erhöhtem Feuerwiderstand, erkennbar an der roten Markierung. Enthält Glasfasern und hat einen verdichteten Gipskern, der im Brandfall länger stabil bleibt.
Mehr dazu: BrandschutzBrandwand
Eine Wand mit besonders hohem Feuerwiderstand, die die Ausbreitung von Feuer zwischen Gebäudeabschnitten verhindert. Im Trockenbau lassen sich Brandwände mit speziellen Systemen realisieren, ohne massive Mauern errichten zu müssen.
Mehr dazu: BrandschutzCW-Profil
Ein C-förmiges Metallprofil, das als Ständer in Trockenbauwänden dient. CW steht für „C-Wand". Die Ständer werden in UW-Profile (oben und unten) eingestellt und bilden das tragende Gerüst der Wand.
CD-Profil
Ein C-förmiges Deckenprofil, das als Tragprofil für abgehängte Decken verwendet wird. CD steht für „C-Decke". Die Profile werden in UD-Profile eingehängt und tragen die Deckenplatten.
Dachgeschossausbau
Der Ausbau eines ungenutzten Dachbodens zu Wohnraum. Im Trockenbau werden Dachschrägenverkleidungen, Drempelwände und Decken eingebaut. Dabei spielen Dämmung, Dampfbremse und Brandschutz eine wichtige Rolle.
Mehr dazu: AltbausanierungDampfbremse / Dampfsperre
Eine Folie, die verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Wohnraum in die Dämmung eindringt. Eine Dampfbremse lässt geringe Mengen Feuchtigkeit durch, eine Dampfsperre ist komplett dicht. Im Dachausbau ist die korrekte Verlegung entscheidend, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Dekorputz
Ein Putz, der nicht nur als Schutzschicht dient, sondern gezielt für die optische Gestaltung eingesetzt wird. Gibt es in verschiedenen Strukturen – von feinem Reibeputz bis zu gröberen Körnungen.
Mehr dazu: Putz & PutzgestaltungDirektbefestigung
Die Montage von Gipskartonplatten direkt auf eine bestehende Wand oder Decke, ohne Unterkonstruktion. Möglich mit Ansetzbinder (Kleber) oder Schrauben. Geeignet, wenn der Untergrund eben genug ist.
Drempel / Kniestock
Die niedrige Wand zwischen Dachbodenboden und Dachschräge. Die Höhe des Drempels bestimmt, wie viel nutzbare Fläche im Dachgeschoss zur Verfügung steht. Im Trockenbau wird der Drempel verkleidet und gedämmt.
Einmannplatte
Eine kleinere und leichtere Gipskartonplatte (meist 60 cm breit statt 125 cm), die von einer einzelnen Person verarbeitet werden kann. Praktisch bei Sanierungsarbeiten, wenn der Zugang schwierig ist.
Estrich (Trockenestrich)
Ein schwimmend verlegter Bodenaufbau aus Gipsfaser- oder Zementplatten, der ohne Feuchtigkeit auskommt. Schnell begehbar und besonders für Sanierungen geeignet, weil keine Trocknungszeit nötig ist.
F30 / F60 / F90
Feuerwiderstandsklassen nach ÖNORM. Die Zahl gibt an, wie viele Minuten ein Bauteil einem Brand standhalten muss. F30 = 30 Minuten, F90 = 90 Minuten Feuerwiderstand. Im Trockenbau werden diese Klassen durch spezielle Plattenkombinationen und Unterkonstruktionen erreicht.
Mehr dazu: BrandschutzFugenverspachtelung
Das Verspachteln der Stöße zwischen Gipskartonplatten mit spezieller Spachtelmasse und Bewehrungsstreifen. Ziel ist eine glatte, rissfreie Oberfläche. Die Qualität der Verspachtelung bestimmt maßgeblich das Endergebnis.
Gipskartonplatte (GKB / GKF / GKFI)
Das Standardmaterial im Trockenbau. Besteht aus einem Gipskern mit Kartonummantelung. Verschiedene Typen: GKB (Standard, grau), GKF (Brandschutz, rot markiert), GKFI (Brandschutz + imprägniert, grün-rot), GKI (Feuchtraum, grün markiert).
Gipsfaserplatte
Eine Alternative zur Gipskartonplatte, bei der der Gips mit Zellulosefasern armiert ist – ohne Kartonummantelung. Härter und belastbarer, gut für Trockenestrich und stark beanspruchte Wände.
Glattspachtelung (Q1–Q4)
Das stufenweise Glätten von Oberflächen im Trockenbau. Q1 ist die Grundverspachtelung der Fugen, Q4 die höchste Stufe – eine vollflächige Spachtelung für hochwertige Oberflächen, z.B. bei Glanzanstrichen oder Gegenlicht. Q4 erfordert Können auf Meisterniveau.
Mehr dazu: Putz & PutzgestaltungGesims
Ein horizontales Profil als Übergang zwischen Wand und Decke. Gesimse können schlicht oder aufwändig ornamentiert sein – eines der häufigsten Gestaltungselemente im klassischen Stuck.
Mehr dazu: StuckarbeitenHohlraumdämmung
Dämmung, die in den Hohlraum zwischen zwei Beplankungen einer Trockenbauwand eingebracht wird. Verbessert sowohl den Schall- als auch den Wärmeschutz. Üblich sind Mineralwolle oder Steinwolle.
Imprägnierte Platte (GKI)
Eine Gipskartonplatte mit verringerter Wasseraufnahme, erkennbar an der grünen Markierung. Wird in Feuchträumen wie Bädern oder Küchen eingesetzt, ist aber kein Ersatz für eine ordentliche Abdichtung.
Indirektes Licht
Beleuchtung, die nicht direkt in den Raum strahlt, sondern von Decke oder Wand reflektiert wird. Erzeugt weiches, blendfreies Licht. Im Trockenbau durch Lichtvouten oder abgesetzte Deckenfelder realisiert.
Mehr dazu: LED DesignKnauf / Rigips
Die zwei bekanntesten Hersteller von Trockenbausystemen in Österreich. Beide bieten vollständige Systeme aus Platten, Profilen, Spachtelmassen und Zubehör. Wir arbeiten mit beiden und wählen je nach Projekt das passende.
Lichtvoute
Eine Aussparung in der Decke oder am Übergang Wand/Decke, in der LED-Streifen verborgen werden. Das Licht strahlt indirekt nach oben oder zur Seite und erzeugt eine gleichmäßige, atmosphärische Beleuchtung.
Mehr dazu: LED DesignLichtlinie
Ein schmaler, in die Decke oder Wand eingelassener Lichtstreifen, der bündig mit der Oberfläche abschließt. Erzeugt klare, lineare Akzente und eignet sich als architektonisches Gestaltungselement und funktionale Beleuchtung.
Mehr dazu: LED DesignMarmorspachtel / Stucco
Eine hochwertige Spachteltechnik, bei der mehrere Schichten aufgetragen, geglättet und poliert werden. Das Ergebnis ist eine glänzende, marmorähnliche Oberfläche. Aufwändig, aber von einzigartiger Optik.
Mehr dazu: Putz & PutzgestaltungMineralwolle
Überbegriff für Glaswolle und Steinwolle – die gängigsten Dämmmaterialien im Trockenbau. Dämmt gegen Schall und Wärme, ist nicht brennbar (Euroklasse A1) und wird in Wänden, Decken und Dachkonstruktionen eingesetzt.
Nachhallzeit
Die Zeit, die ein Schall braucht, um nach dem Verstummen der Quelle unhörbar zu werden. In Räumen mit glatten, harten Oberflächen ist die Nachhallzeit lang (halliger Raum). Akustikdecken und Wandabsorber reduzieren sie.
Mehr dazu: RaumakustikNonius-Abhänger
Ein höhenverstellbarer Abhänger für abgehängte Decken, der größere Abstände zur Rohdecke überbrücken kann (bis ca. 100 cm). Besteht aus zwei ineinandergreifenden Teilen, die mit einem Splint fixiert werden.
ÖNORM
Österreichische Norm, herausgegeben vom Austrian Standards Institute. Im Bauwesen regeln ÖNORMEN Anforderungen an Brandschutz, Schallschutz und Wärmeschutz. Für Trockenbau besonders relevant: ÖNORM B 3358 (Brandschutz) und ÖNORM B 8115 (Schallschutz).
Mehr dazu: BrandschutzPutzgrund / Grundierung
Eine Vorbehandlung des Untergrunds, die die Haftung des Putzes verbessert und das Saugverhalten reguliert. Ohne Grundierung kann der Putz ungleichmäßig trocknen oder Risse bilden.
Putzschiene / Putzprofil
Ein Metallprofil, das als Führung beim Verputzen dient und eine gleichmäßige Putzstärke sicherstellt. Wird vor dem Verputzen an der Wand befestigt und gibt die Dicke der Putzschicht vor.
Q1 bis Q4
Die vier Qualitätsstufen der Oberflächenbearbeitung im Trockenbau. Siehe Glattspachtelung (Q1–Q4).
Reibeputz
Ein Dekorputz mit Körnern einer bestimmten Größe. Beim Auftragen werden die Körner mit einem Reibebrett bewegt und erzeugen die typische Struktur. Die Richtung des Reibens bestimmt das Muster.
Mehr dazu: Putz & PutzgestaltungRevisionsklappe
Eine verschließbare Öffnung in einer Wand oder Decke, die den Zugang zu dahinterliegenden Installationen (Ventile, Elektrik, Lüftung) ermöglicht, ohne die Verkleidung öffnen zu müssen.
Rosette / Stuckrosette
Ein kreisförmiges Ornament, das traditionell um Deckenleuchten angebracht wird. Gibt es in klassischen und modernen Designs – als Gipsabguss oder aus modernen Materialien.
Mehr dazu: StuckarbeitenSchachtwand
Eine Trockenbaukonstruktion um Installationsschächte (Wasser, Abwasser, Lüftung, Elektrik). Muss häufig Brandschutzanforderungen erfüllen und wird mit entsprechenden Platten und Systemen aufgebaut.
Mehr dazu: BrandschutzSchallschutz
Maßnahmen zur Reduzierung der Schallübertragung zwischen Räumen. Im Trockenbau durch die richtige Kombination aus Plattengewicht, entkoppelter Unterkonstruktion und Hohlraumdämmung erreicht.
Spachtelmaschine
Eine Maschine, die Spachtelmasse unter Druck durch einen Schlauch fördert und über eine Düse aufträgt. Wird bei großflächigen Spachtelarbeiten eingesetzt und beschleunigt die Arbeit erheblich.
Stuckprofil / Zierprofil
Ein vorgefertigtes Profil aus Gips oder Kunststoff, das als dekoratives Element an Wänden oder Decken montiert wird. Gibt es in zahllosen Formen – von schlichten Leisten bis zu aufwändigen Ornamenten.
Mehr dazu: StuckarbeitenTrockenbauwand / Ständerwand
Eine nicht tragende Innenwand aus Metallunterkonstruktion (CW- und UW-Profile) und Gipskartonplatten. Vorteile: schnellere Montage, keine Trocknungszeit, einfach änderbar, guter Schallschutz bei richtiger Ausführung.
Mehr dazu: TrockenbauTrockenestrich
Siehe Estrich (Trockenestrich).
Unterkonstruktion (UK)
Das Grundgerüst aus Metallprofilen oder Holzlatten, auf das die Beplankung befestigt wird. Die Unterkonstruktion bestimmt die Stabilität, den Schallschutz und den Brandschutz der gesamten Konstruktion.
UW-Profil
Ein U-förmiges Metallprofil als Anschlussprofil am Boden und an der Decke. In die UW-Profile werden die CW-Ständerprofile eingestellt. UW steht für „U-Wand".
Vorsatzschale
Eine Verkleidung, die vor eine bestehende Wand montiert wird – freistehend auf eigener Unterkonstruktion oder direkt befestigt. Dient zur Verbesserung des Wärme- oder Schallschutzes, zum Begradigen unebener Wände oder zum Verbergen von Installationen.
Mehr dazu: TrockenbauWandabsorber
Ein an der Wand montiertes Element zur Schallabsorption. Besteht meist aus einem schallschluckenden Kern (z.B. Mineralwolle) mit textiler oder perforierter Oberfläche. Wird dort eingesetzt, wo Akustikdecken allein nicht ausreichen.
Mehr dazu: RaumakustikZierprofil
Siehe Stuckprofil / Zierprofil.